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Islamische Kaltakquise per SMS

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Wer nichts mit dem Begriff “Kaltakquise” verbindet, dem sei kurz von Wikipedia erklärt: "Kaltakquise ist die Erstansprache eines potenziellen Kunden, zu dem bisher keine Geschäftsbeziehungen bestanden.

Heute bekam ich, von der mir unbekannten Nummer 01785005930, die folgende Nachricht geschickt:


Niemand außer Allah ist der Anbetung würdig (Der eine Gott). Der Islam ist die Wahrheit und der einzige Weg in das Paradies.


Jeder bibelfeste Mensch muss natürlich sofort an Johannes, Kapitel 14, Vers 6 denken:


Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.


Da die Bibel älter als der Koran ist, ist die Schlussfolgerung natürlich naheliegend, dass es sich hier offenbar um ein Plagiat handeln muss. Ich bin ja mittlerweile regelmäßiger Leser des Weblogs vertriebssprache.com/ meines Kollegen aus dem Vertrieb. Wir hatten schon das ein oder andere spannende (Streit-)Gespräch während der Mittagspause, aus dem ich einiges für mich mitgenommenen habe.

Wenn wir jetzt Missionierung als das betrachten, was es im Kern ist, dann ist es nur ein anderes Wort für “Vertrieb”. Sowohl der Vertriebsmensch, als auch der Missionar wollen für ihre Dienstleistung oder Wahre neue Konsumentengruppen erschießen - oder? Der Eine versucht Lebensversicherungen zu verkaufen und der andere das Paradies. Sowohl das Paradies, als auch die Ausschüttung liegen in der Zukunft. Also im Grunde verkaufen doch beide die “Taube auf dem Dach” - oder nicht? Der Kunde kann in beiden Fällen nicht überprüfen, ob das Versprochene wirklich eintrifft. Das bringt erst die Zukunft.

Gut, wenn wir uns einen Moment mal auf den Gedanken einlassen, dass es im Grunde das Gleiche ist, ob man Lebensversicherungen verkauft, oder das Paradies, können wir uns doch mal anschauen, ob hier in meinem Fall ein guter Verkäufer am Werk war. Leider hat der Absender der SMS nicht mit seinem Namen unterschrieben. Dass der Absender aber öfters versucht etwas zu “verkaufen” sieht man auf einschlägigen Websites. So gibt es hier ein paar Einträge zu der Tel.Nr.: tellows.de. Da hier ein Abdullah immer wieder Partei für den Absender ergreift, nenne ich nun unseren Verkäufer der mir hier sein Paradies verkaufen will Abdullah.

Den ersten Fehler den Abdullah macht, ist dass er - wie oben schon geschrieben - bei mir den Eindruck erweckt, er wolle mir ein Plagiat verkaufen. Grund ist, dass er sich nicht die Mühe gemacht hat, den Adressaten zu verstehen. Wenn er gewusst hätte, dass ich christlich geprägt bin und gute Bibelkenntnisse habe, wäre ihm der Fehler wahrscheinlich nicht unterlaufen. Als guter Verkäufer hätte Abdullah versuchen müssen, an meine Kultur und ihre Wertevorstellungen anzuknüpfen. Wenn er gewusst hätte, dass ich Quäker bin, dann hätte er mir sein Paradies quasi als “Upgrade” verkaufen müssen. Er hätte mir klar machen müssen, dass der Islam es eben noch ein Tick besser macht, als das Quäkertum und dass das Islamische Paradies noch etwas grüner ist als das Quäker-Paradies.

Gut, wenn wir mal davon ausgehen, das Abdullah mir kein Seelen-Upgrade verkaufen wollte, sondern tatsächlich nur ein Plagiat, dann ist die logisch richtige Frage: Warum sollte ich ein Plagiat kaufen, wenn ich doch schon das (vermeidliche) Original habe? Das kann nur über den Preis funktionieren! Leute kaufen sich in Thailand gefälschte Markenklamotten, weil sie billiger als die Originale sind. Also hätte Abdullah hier viel aggressiver über den Preis in das Verkaufsgespräch einsteigen müssen - meiner Meinung nach… Warum kann ich also das Paradies über den Islam billiger haben, als über das Quäkertum? Das wäre wesentlich cleverer gewesen. Gerade konservative Quäker wie ich, betonen ja immer wieder, dass man bereit sein muss, Leid auf sich zu nehmen, weil es keinen leichten Weg im und zum Reich Gottes gibt. Wenn Abdullah jetzt argumentiert hätte, im Islam könnte ich das leichter haben, hätte ich vielleicht auch Abstriche bei der Originalität gemacht.

Also wenn Abdullah künftig mehr Erfolg beim Verkaufen -ähh…-Missionieren haben will, wird er sich wohl ein bisschen mehr mit seiner Zielgruppe beschäftigen müssen. Das ist mühsam und macht Angst. Das kann ich verstehen. Also wenn mich jemand zu Muslimen schicken würde, und ich hätte keine Peilung über den Islam, den Koran und Mohammed, würde ich wahrscheinlich kaum Erfolg haben beim Missionieren. Wenn man jemanden ein Auto verkaufen will, der noch keines hatte, ist das recht einfach. Man saugt sich irgend welche Argumente aus den Fingern, die der Andere sowieso nicht überprüfen kann. Aber jemandem der schon ein Auto hat, ein Auto zu verkaufen, ja da fängt die Kunst des Verkaufens erst an! Da muss ich das Produkt der Konkurrenz und das eigene Produkt schon sehr gut kennen. Deshalb ein Tipp an Abdullah: Kauf dir eine Bibel und schau dir mal eine missionarische christliche Gemeinde an. Jetzt nicht gerade Quäker. Davon gibt es nur gut 200 Pappnasen im deutschsprachigen Raum. Das lohnt den Aufwand nicht.