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landes-zeitung.de: "Entdeckung: In Hohenrode haben Quäker gelebt" [Update 8.11.2012]

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Die Landes-Zeitung berichtet kurz von Uwe Kurt Stade, Mitglied des Arbeitskreises für Archäologie im Heimatbund. Dieser hat zufällig entdeckt das in Hohenrode (heute ca. 190 Einwohner) mal Quäker gelebt haben. Morgen(16.10.2012) soll wohl in der Süddeutschen Zeitung ein Artikel darüber erscheinen.

[update 16.10.2012]

Wie Angekündigt ist ein umfangreicher Bericht erschienen. Allerdings nicht in der Süddeutschen sondern noch mal in der landes-zeitung, „Sie ziehen vor der Obrigkeit nicht den Hut und verweigern Zahlungen“, 16.10.2012 - 00.00 Uhr,

[update 4.11.2012]

Claus Bernet hat sich am 3.11.12 mit dem Thema noch ein mal auseinander gesetzt und den Artikel "Uwe Kurt Stade: Separatisten in Hohenrode" verfasst. Hierin vertritt er die Auffassung das es sich in Hohenrode um Gruppe von Radikalpietisten gehandelt hat und nicht um Quäker. Gegründet wird das von ihm dadurch, das erst ab dem Jahr 1790 Kontakte zu ausländischen Quäkern nachweisbar seien, aber das charakteristische Verhalten schon vorher auftrat. Die Rolle von General von Loßberg wird aber von Claus nicht bewertet oder berücksichtigt. Es ist ja durch aus denkbar, das er auch undokumentierte Kontakte gegeben haben kann. Eben von ausgewanderten Deutshen, die das Quäkertum im Ausland kennen gelernt haben. Das ist ja bis auf den heutigen Tag nicht viel anders! Nicht wenige deutsche, haben zum ersten mal im Ausland Kontakt zu Quäkern und zurück in der Heimat, finden sie dann zu den Deutschen Quäkern.

Während des Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg kämpften ca. 24.000 Deutsche an der Seite der Briten und war aus Hessen-Kassel, Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel, Fürstentümer Ansbach, Bayreuth sowie Anhalt-Zerbst, Hessen-Hanau und eben auch < b>Fürstentum Waldeck und Pyrmont**! Etwa die Hälfte kamen wieder zurück in ihre Heimat.

[Update 8.11.2012]

In dem Artikel von Claus Bernet steht:


Interessanterweise heiratete er am 25. November 1789 eine Juliane von Borries (1771-1807), und zwar bereits außerkirchlich und ohne Anwesenheit eines Pfarrers. Dieses ist ein erster Beleg, dass die Separierung von der Amtskirche bereits vor Ankunft der ersten ausländischen Quäker 1790 eingesetzt haben muss, wenngleich die Einzelheiten und Gründe heute nicht mehr rekonstruiert werden können.


Das scheint nicht ganz richtig zu sein. Ich habe soeben “Christliche Kirchengeschichte seit der Reformation” von Johann Matthias Schröeckh aus dem Jahre 1806 bei books.google.de entdeckt. Dort heißt es auf Seite 364, Zitat:


Im Jahre 1786 nemlich kamen Eissaire der Englischen Quäker, Georg Dillwyn, Josua Beale und ein Weib Sara Grb zunächst aus heffen, wo sie unter den Officiers einige Bekannschaft hatte, welche sich den Gelegenheit des Amerikanischen Krieges entsponnen haben mochte, nach Pyrmont und Winden und gewannen hier, wo schon ein Hang zum Separtismus und Pietismus vorhanden gewesen war, einige Anhänger. Eben so hatten sie in einem bey Rinteln gelegenen Dorfe Hohenrode Eingang gefunden. Anfangs vermieden es diese neuen Freunde, sich als Quäker anzukündigen; allein im Jahre 1790 entdeckten mehere einander ihren Gemüthszustand, erklärten, das sie dem Dreang des inneren Lichtes nicht wiederstehen könnten und bereit seyen, alles für ihren Glauben zu wagen, trennten sich völlig von der Landeskirche, beobachteten öffentlich die den Quäkern eigenthümliche Sitten und Gebräuche und hielten in dem hause eines gewissen Schüttemeiers, eines Handwerkers in dem Dorfe Hohenrode, welcher sich zuerst für das Quäkertum entschieden hatte, besondere Versammlungen.