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Bewegender Gottesdienst anlässlich einer Mitgliedsaufname

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Diesen Sonntag wurde bei den Mennoniten ein neues Mitglied aufgenommen. Wobei “neu” es nicht ganz trifft, weil Barbara schon seit einiger Zeit sehr aktiv in der Gemeinde ist. Sie ist es auch, die maßgeblich für das stattfinden der Stillen Andacht verantwortlich ist.

Formal war der Gottesdienst auch eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Vereins. Das Spirituelle stand aber eindeutig im Vordergrund. Den Formalien wurde nur insofern Rechnung getragen, dass zu Beginn des Gottesdienstes festgestellt wurde, dass die Mitglieder fristgerecht eingeladen wurden. Etwas später wurde dann über den Aufnahmeantrag “abgestimmt” indem nach Einwänden gefragt wurde. Wenig überraschend gab es keine Einwände.

Ich war an den Tag etwas spät dran (5 Min.) und froh zu sehen, das es noch nicht losgegangen war. Die Gottesdienstbesucherzusammensetzung war etwas anders als sonst. Viele bekannte Gesuchter, aber auch einige unbekannte. Die musikalische Begleitung bestand aus einer Querflöte. Das erste Lied startete etwas holprig. Nicht alle kannten den Text und die Melodie. Etwas später kam glücklicheweise noch ein stimmgewaltiger Sänger hinzu, der die Gemeinde ganz gut musikalisch “eintaktete”,so dass der Gesang deutlich sicherer klang

Für mich hatte der Gottesdienst drei Höhepunkte. Das war die Kurze Ansprache von Barbara, ihrer der sie Ihrer Familie für die Unterstürzung auf ihrem spirituellem Weg dankte. Sie riss kurz an wie sie den Weg zur Gemeinde gefunden hat und warum sie sich in ihr so wohl fühlt.

Der zweite Höhepunkt war die Predigt von Anna über ein Thema, das sich Barbara gewünscht hatte: Das Vaterunser. Anna begann damit, das Vaterunser historisch und theologisch einzuordnen und zerlegte das Vaterunser dann in seine thematischen Bestandteile. Viellicht wird der Predigtext auf die Website gestellt, das man ihn mal nachlesen kann.

Der dritte Höhepunkt für mich war, wie Anna in sehr persönlichen Worten Barbara zur Aufnahme in der Gemeinde den Segen sprach. Beide Frauen standen vorne vor der Gemeinde. Barbara mit der Hand von Anna auf der Schulter. Konzentrierte Stille erfüllt mit den ruhigen Worte von Anne. Die Stimmung war schon aufregend aber nicht aufgeregt.

Die musikalische Leistung der Gemeinde war sicher kein Höhepunkt an dem Tag. Aber gerade das zeigt mir die Authentizität der Atmosphäre. die ich da (trotzdem) wahrgenommen habe. Gerade aus charismatischen Pfingstgemeinden kenne ich es, das über den Weg der Musik, eine feierliche Atmosphäre geschaffen wird. Dabei habe ich mir dann oft die Frage nach der Authentizität gestellt. Wenn die ganze Zeit während des Gottesdienstes auf der Gefühlsklaviatur der Teilnehmer gespielt wird, wie kann man dann die wahren Gefühle, die von Innen kommen, wahrnehmen? Wie kann man Gott wahrnehmen, wenn beim Gottesdienst so eine Show abgezogen wird?