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Nicht billig aber lesenswert.

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In einem Blogeintrag des GYMs, unter dem Titel "Quäkertum und Luthertum" wurde berichtet von einem Beitrag von Claus Bernet in einer Publikation Freikirchenforschung, 20,2011, ISBN 978-3-934109-12-4. Mich hat es interessiert und deshalb habe ich es mir bestellt.

Die Bestellung war etwas abenteuerlich. Das Buch ist - unverständlicherweise - nicht direkt über den Buchhandel wie z.B. Amazon bestellbar. Der Verlag hat auch kein gescheiten Online-Shop. Das Online-Formular was man da ausfüllt, hat keine Plausibilitätsüberprüfung. Somit wird nicht geprüft, ob man versehentlich zu wenig oder Unsinn eintippt. Den Rechnungsbetrag muss man auch selber ausrechnen und auch dieser wird nicht auf Richtigkeit geprüft. In meinem Fall hatte ich die Straße vergessen ein zu tippen. Ein paar Tage später meldete sich dann bei mir eine Frau, mit Privat-Email-Adresse von GMX. In der Mail gab Sie sich auch nicht als Verlagsmitarbeiterin zu erkennen. Die Mail hatte keine Fußzeile mit Funktionsbezeichnung. Da ich nicht so oft im Internet bestelle, konnte ich dann die Nachfrage zu Bestellung zuordnen. Und ein paar Tage später lag das Buch im Briefkasten.

Mir hat der Artikel sehr gut gefallen! Über die Jahre hat sich Claus jetzt ein sehr flüssigen und souveränen Schreibstiel erarbeitet. Die Texte sind auch für Laien unangestrengt gut zu lesen. Ich konnte doch einiges - für mich - Neues auch entdecken und lernen. So der Überblick über die Entwicklung des Quakertums in 19. und 20. Jahrhundert. Die Aussage zu dem Buch auf der GYM-Seite: "Quietismus und Evangelikalismus-Phase bei den Quäkern." ist natürlich Unfug. Und es lässt sich SO auch nicht im Text finden. Eine Epoche die sich "Evangelikalismus-Phase" gibt es nicht. Es gibt einen Evangelikalen Flügel im Quakertum, aber der war keine Phase, sondern ist immer "Phänomen", auch wenn das einige vielleicht nicht wahr haben wollen. Wie es zu dieser Spielart des Quakertums kam, zeigt Claus in seinem Text sehr verständlich und wehrtungsfrei auf.

Im dem Text werden aber in erster Linie, die beiden - jeweiligen - Gründer Fox und Luther gegenübergestellt. An Hand ihrer ihrer Biographie und ihres Wirkens, ohne sich in Details zu verlieren. Bei der Gegenüberstellung der Glaubenssätze, beschränkt sich Claus auf die wenigen, wo Quaker und Lutheraner gegenseitig Bezug aufeinander genommen haben. Und das scheint recht recht wenig gewesen zu sein. Aus außer acht gelassen wurde, sind die Dokumente, in denen auf die Theologie des jeweils anderen Bezug genommen wird, ohne den Namen des Gegners zu nennen. Ich denke da zum Beispiel an die Fox-Tagebücher, wo ausführlich auf die Prädestinationslehre der Calvinisten eingegangen wird, ohne diese Namentlich zu nennen. Im hinteren Text geht Claus auf die theologischen Verbindungen der beiden Konfessionen in der jüngeren Geschichte in Deutschland ein. Ohne hier selber Stellung zu beziehen.

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