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Das atheistische Weltgericht

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Ich habe mal wieder sporadisch auf dem Blog von Claus Bernet geschaut und bin dabei auf den Artikel "Drei Monate Quäker-Nachrichten: Ein kleiner Rückblick.“ gestoßen. Gut der ist vom 26.2.12 aber seid Claus seine RSS-Feeds abgeschaltet hat bin ich nur noch sporadisch auf der Seite. Um es mal ganz deutlich zu sagen, mir ist es schlicht zu blöd, ständig auf der Seite nach Neuigkeiten zu schauen, nur weil jemand aus Eitelkeit seine Feeds abgeschaltet hat. Vermutlich wird nicht nur mir das so gehen.

Mich freut trotzdem das Claus - wie er schiebt - es nicht bereut den Blog angelegt zu haben: "Ich bedauere nur, nicht schon viele Jahre früher damit begonnen zu haben.“ Ja, das war wirklich eine schwere Geburt. Die erste zarkhafte Schritte wurden auf THE INDEPENDENT FRIEND gemacht. Es dauerte aber noch viele Monate, bis er seinen eigenen Weblog bei blogspot.de angelegt hat. Wenn man sich auf neues Terrain begibt macht man natürlich auch Fehler. Das ist ganz klar und gehört dazu. Entscheidend ist immer ob man daraus lernt.

Welche Fehler Claus gemacht hat und was er mit seinem Weblog gelernt hat, unterschlägt er leider in seinem Artikel. Erwähnenswert ist doch z.B. der Versuch von Claus mit seinem Weblog Geld zu verdienen, in dem er Werbung eingeblendet hat. Was er nicht bedacht hatte, das die Werbebotschaften Rotieren und er in irgend einer Weise sicherstellen muss, das nicht für Dinge geworben wird, die er ethisch nicht vertreten kann. So war dann tatsächlich auf seiner Seite Werbung für Kriegsspiele zu finden () was ja nun gar nicht zu einem Quäker passt ( Ich berichtetet in dem Artikel "Vorteile einer Onlineausgabe des “Quäker” [update 18.4.2012]“ davon.

Aber noch mal kurz zurück zu dem Thema rss-Feeds: Ich benutze Goggle-Reader zum lesen meiner rss-Feeds. Ich war und bin mit dem Dienst recht zufrieden. Nun kam vor ein paar tagen die Nachricht das der Dienst abgeschaltet werden soll (Siehe Google macht den RSS-Dienst Reader dicht). Ja, so schnell kann es gehen, wenn man sich all zu sehr auf die “Cloud” verlässt. blogspot.de bzw. Blogger.com der Dienst den Claus verwendet wurde 2003 von Google gekauft und ist seid dem in dessen Besitz. Es ist also nicht ausgeschlossen, das auch diesem Dienst irgend wann ein mal der Strom ausgeknipst wird. Und was dann? Das ist ein großes Risiko! In dem Punkt hat es die Berliner Gruppe in meinen Augen besser gemacht. Sie verwenden den Dienst von WordPress.com. Sie haben auf Werbung verzichtet und sogar eine richtige Domain registriert. Und was ist wenn bei WordPress.com Strom ausgeknipst wird? Das ist für die Berliner Gruppe kein Problem! Denn die Software auf die das System beruht ist WordPress und die ist Opensource. Die Berliner Gruppe kann sich also jeden beliebigen Hoster aussuchen und mit ihrem Blog zuziehen. Und das ohne mühselig hunderte von alten Artikeln zu migrieren.

Ein anderer Gedanke der mir noch beim lesen von Claus Blog durch den Kopf ging war, das Historiker Menschen mindestens beurteilen wenn nicht gar auch manchmal verurteilen. Mir geht es oft so, wenn ich Claus Texte lese, als lese ich eine Gerichtsakte. Ich würde nicht sagen das Claus voreilig urteilt oder fehlurteilt. Und ich würde auch nicht sagen, das er seine Kompetenz als Historiker ethisch oder fachlich überschreitet. Mir fällt nur auf, das ich mir die Arbeit des Jüngste Gericht ein bisschen so vorstelle, wie die Arbeit von Claus. Denn ich glaube nicht an eine Allversöhnung wie sie im esoterischen Flügel erhofft und vertreten wird. Die Vorstellung das Menschen für ihr Tun nicht zur Rechenschaft gezogen werden widerspricht einfach meinem Gerechtigkeitssinn.

Da Quäker das Reich Gottes im Hier und Jetzt kommen/entstehen sehen (Siehe auch Artikel "Über das Reich Gottes") und nicht in ferner Zukunft, ist es naheliegend die die Frage nach der Rechtfertigung vor zu ziehen. Also die Frage “was macht ein Mensch vor Gott gerecht” und lässt ihn in sein Reich kommen? Also letztlich die Frage nach der individuellen Schuld. Von daher müssten Quäker eigentlich als Historiker und Archivare prädestiniert sein. Um so verwunderlicher das beides beim GYM ein so geringen Stellenwert hat. Das sieht man noch deutlicher, wenn man die Deutschen mit den Britischen Quäkern vergleicht. Aber es muss auch erwähnt werden, das von den Historikern auch nach dem gutem Wirken von Personen geforscht wird. So wie traditionell in den Nachrufen der Quäker versuch wird, das Wirken von Gott im Leben eines Menschen zu erkennen. Aber ich glaube, auch Atheisten haben ein tiefes Bedürfnis nach Gerechtigkeit und das ist der Grund warum auch Atheisten eine Befriedigung bei der historischen Forschung empfinden. Denn auch sie stellen die Frage nach der Schuld und wollen Menschen die sich schuldig gemacht haben mit Namen benennen können. Und so kam mir der Gedanke ob die historische Forschung nicht im gewissen Sinne nicht auch als "atheistische Weltgericht" verstanden werden kann.