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Die evangelische Staatskirche in der Sackgasse des "Gerechten Kriegs".

Der Artikel stammt aus dem Archiv! Die Formatierung kann beschädigt sein.

Die “Neujahrspredigt” (2009/2010) von Bischöfin Margot Käßmann wirbelte etwas Staub auf. Es gab Kretik von verschiedenen Seiten. Die einen behaupten die Kirche solle sich nicht in die Politik ein mischen:


Eine Kirche ist eine Kirche und keine Partei, und politische Belehrungen von Kirchenoberen werden nicht sympathischer, wenn sie mit „progressivem“ Gestus vorgetragen werden. (Ralf Fücks, offenen Brief die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Margot Käßmann)


Denen sage ich: Ihr seid verlogen, oder macht ihr den Kirchen der DDR auch den Vorwurf, sie hätten sich zu sehr in die Politik eingemischt? Hätten die Kirchen besser nicht opponieren sollen gegen SED und Stasi? Ihr Heuchler!

Dann die Beschwerde über die blauäugigkeit der Predigt. Und das es sich von der Kanzel, weit weg von Krieg, gut predigen lässt. Gegen letztere Argumentation meine nun Bischöfin Margot Käßmann sich verteidigen zu können, in dem sie auf ihrer Geistlichen in Uniform und (Schlacht-)Feld verwies (EKD: Käßmann weist Kritik an Neujahrspredigt zurück, Jesus.de, 04.01.2010).

Genau das ist der Grund warum ich nicht “Evangelische Landeskirche” sage sondern “Evangelische Staatskirche”! Die “Geistlichen” und ihrer “Kirchen-Mitglieder” tragen Uniformen und somit Hoheitszeichen der Staates der Bundesrepublik Deutschland. Und auch die Kirchensteuer wird vom Staat eingetrieben. Also ist es für mich eine “Staatskirche”. So und jetzt hat Margot Käßmann das ethische Problem, wo fängt der “gerechte Krig” an und wo hört er auf?

Ich sage: Jeder der in Afghanistan mit Uniform (mit und ohne Gewehr) rum läuft, tut das nicht als Christ. Christen zwingen andere nicht zu ihrem “Glück” mit vorgehaltener Waffe. Wir wurden nicht gebeten zu “helfen”. Wenn es legitim ist, andere mit Gewalt seine Sicht der Dinge auf zu zwingen, ist es auch okay, karikaturisten mit der Axt den Schädel zu spalten (Anspielung auf den versuchen Anschlag auf Kurt Westergaard am Neujahrstag 2010).

Ich weiß, das es nötig sein kann, auch mit Gewalt kranken und verblendete Menschen davon abzuhalten, Anderen Schaden zuzuführen. Das ist aber nur legitim in einem System der Gewaltenteilung. Es gibt aber (noch) kein Welt-Parlament, Welt-Gericht und Welt-Polizei. Der Krieg in Afganistan ist zivilisatorisch untestes Niveau. Ja ja, jetzt kommt wieder das Argument “Mit euch Pazifisten, hätten wir den Krieg gegen Adolf nie gewonnen.” Richtig! Aber mit uns Pazifisten hätte es auch keine Gaskammern und kein Überfall auf Polen gegeben - Schlaumeier! Nur gab es von Uns leider zu wenig und nicht zu viel!

Apropos misslungene Argumentation: In der “Welt” von 3. Januar 2010, 04:00 Uhr, war von deren Autor Torsten Krael unter der Überschrift(Artikel) “Mord ist kein Gebet” der Satz zu lesen:


Die Zeichnungen entstanden nach dem Mord am holländischen Regisseur Theo van Gogh. Er und nun der Mordversuch an Kurt Westergaard sind ein Indiz dafür, dass Meinungs- und Religionsfreiheit sich hochschaukeln können, wenn andere dazu schweigen, statt mäßigend einzugreifen. (Quelle)


Ähhhh, wie bitte? Also ich wüsste nicht, das durch Meinungsfreiheit, also das anhören von anderen Meinungen jemand zu tote gekommen wäre. Und jemanden den Schädel mit der Axt zu spalten würde ich jetzt erstmals so, aus dem Bauch heraus, nicht als “Glaubensfreiheit” bezeichnen. Oh-oh! Das nenne ich tödlichen Relativismus! Oder war der Satz ganz anders gemeint? Wollte der autor sagen: Wenn wir die Religion komplett verbieten, kann sich niemand mehr beleidigt fühlen. Weil jeder der sich beleidigt fühlt, würde damit zugeben etwas verbotenes getan zu haben. Ei, das ist doch mal Clever! Stimmt, ich hab noch nie gehört, das ein Karikaturist umgebracht wurde, weil sich ein Drogen-Dealer oder Zuhälter von einer Zeichnung in der “Beruf-Ehre” verletzt gefühlt hat.

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