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Die Sache mit dem "Sühnetod" und der "Selbstverleugnung"

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http://commons.wikimedia.org/wiki/File:The_Deposition_of_Christ_\(Caravaggio\).jpg

In den letzten Tagen ging es hoch her in den christlichen Foren, Blogs und Newssites. Den Sturm unter anderem hat eine Äußerung vom Rheinischer Präses Schneider der Evangelischen Landeskirche ausgelöst. Bei dem Versuch einer Deutung, des Kreutztod Jesus, erwog er, ob es wirklich ein Sühneopfer/Sühnetod war. Diese Überlegungen sind jetzt nicht wirklich so neu. Und es gibt einige (und es scheint immer mehr zu werden) Theologen und Menschen zu geben, für die der Tod von Jesus nicht eine Sühnetod sein muss. Für Andere ist der Sünetod der zentrale unverzichtbare Bestandteil ihres Glaubens und -in ihrem Verständnis -, unverzichtbarer Bestandteil des Christentum an sich.

Zu den Beiden Artikeln “Rheinischer Präses Schneider: Tod Jesu war kein Sühneopfer”[1] und “Neue Debatte um Kernsatz des christlichen Glaubens”[2] auf www.jesus.de gab es in wenigen Stunden (bis 30.3.2009) (zusammen) 140 Kommentare. Das ist relativ viel wenn man bedenkt, das nur registrierte Benutzer Kommentare schreiben dürfen und auch nur ein mal. Zum Vergleich: Durchschnittlich gibt es sonst zwischen Null und 10 Kommentare.

Weil es gerade passte, hier mal ein Zitat von W. Penn aus “Kein Kreuz, keine Krone” (Seite 59):

” Auf diese Weise war Selbstverleugnung die beständige Übung und der Ruhm unserer alten Vorfahren, welche Vorgänger der äußeren Erscheinung Christi waren. Und wie können wir hoffen, jetzt ohne die selbe in den Himmel zu kommen? Da unser Heiland selbst das erhabenste Muster der Selbstverleugnung geworden ist; und zwar nicht, - wie Einige es gerne möchten, für uns, oder statt unserer, so daß wir derselben nicht bedürften; sondern so für uns, daß wir uns eben so verleugnen und auf diese Art wahre Nachfolge seines heiligen Vorbildes werden sollen?“

Noch ein Wort zum Begriff “Selbstverleugnung”: In der heutigen Zeit in der der “Selbstfindung” und “Selbstverwirklichung” ganz groß geschrieben werden, dreht es wahrscheinlich bei einigem bei dem Wort “Selbstverleugnung” den Magen um. Es gibt aber einige Wörter die in der Zeit eine Bedeutungsänderung erfahren haben. So zum Beispiel “Einfältig”. Einfältig war früher gleichbedeutend mit “ehrlich und gradlinig”. Heute versteht man unter “Einfältig” meistens einfach nur “dumm”. Ich glaube ähnlich ist es mit der “Selbstverleugnung”. Heute würde mam “Selbstüberwindung” sagen. Da klingt dann der obere Text auf einmal auch schon ganz anders [in den eckigen Klammern, die Bearbeitungen und Ergänzungen]:

” Auf diese Weise war [Selbstüberwindung] die beständige Übung und der Ruhm unserer alten Vorfahren [gemeint sind die Propheten] , welche Vorgänger der äußeren Erscheinung Christi waren. Und wie können wir hoffen, jetzt ohne die selbe [Selbstüberwindung] in den Himmel zu kommen? Da unser Heiland selbst das erhabenste Muster der [Selbstüberwindung] geworden ist; und zwar nicht, - wie Einige es gerne möchten, für uns, oder statt unserer, so daß wir derselben [Selbstüberwindung] nicht bedürften; sondern so für uns, daß wir uns eben so [überwinden] und auf diese Art wahre Nachfolge seines heiligen Vorbildes werden sollen?“

…Liest sich doch gleich viel anders - oder? Den kompletten Text von W.Penn gibt es übrigens hier zum Download: "W. Penn auf Deutsch zum freien Download"

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Fussnoten