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Quakerwissen: "Freunde"

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Ich habe beschlossen eine kleine Rubrik “Quakerwissen” zu machen. Ich werde künftig regelmäßig Begriffe, Personen und Geschichte des Quakertums in kurzen Texten erklären.

Heute fange ich mit den Begriff "Freunde" an.

Der Begriff "Freunde" wird oft in Quakerkreisen benutzt. Was es damit auf sich hat werden wahrscheinlich noch nicht mal alle Quaker wissen. Fälschlich wird behauptet Quaker würden die Anrede "Freunde" untereinander als synonym für “Quaker” benutzen. Ursprünglich bezieht sich das "Freunde" aber auf Johannes 15,11-15 (in der Übersetzung Elberfelder 1905):

Wenn die (frühen) Quaker also jemanden als "Freunde" an sprachen, wollten sie damit zum Ausdruck bringen, das sie in dem Gegenüber jemand zu erkennen glaubten, der in der Nachfolge Jesu lebte. Ein "Freunde" musste also nicht unbedingt ein Mitglied der eigenen Glaubensgemeinschaft sein (Zu mindestens nicht in den Anfängen), sondern ein Leben führen, was tadellos ist (ganz konkret: nicht saufen, morden, stehlen, etc….).

Heute wird unter deutschen Quakern zuweilen penibel getrennt zwischen “Mitgliedern” und “Angehörigen/Besuchern”. Als "Freunde" wird da jeder angesprochen der Mitglied des Vereins der Deutschen Jahresversammlung ist. Ob der eine nun die Nachfolge in dem Anderen erkennt oder nicht. Nichtvereinsmitglieder werden gerne als "Freunde der Freunde" bezeichnet. Oft scheint mir der Gebrauch von "Freunde" sehr Floskelhaft unter Quakern. Gerade die Nonthistischen, Esotherischen und nicht Christozentrischen Quaker müssten eigendlich heute ein Problem mit den Begriff "Freunde" haben. Von wem sind sie denn "Freunde", frage ich mich da? Von sich selbst? Na, vielleicht beginnt ja mal einer von den liberalen Quakern das bloggen, und beantwortet die Frage - für mich - interessante frage.

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