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Kommentar zum "Quäker"-Heft Nr.2 März/April 2012

Der Artikel stammt aus dem Archiv! Die Formatierung kann beschädigt sein.

Offenbar ist die Kontinuität der Vereinszeitschrift nun in Gänze zusammengebrochen. Die Ausgabe 2/2012 habe ich vor ein paar Tagen in dem Briefkasten gehabt. Sie soll die März/April-Ausgabe sein. Wer im Editorial eine Erklärung dazu such, wird aber nicht fündig werden. Im Editorial von der Ausgabe 3/4 2011 wer den noch Erklärungen zu Verzögerungen und “Doppelnummern” gegeben. Aber offenbar müsste man den selben Text mittlerweile in fast jeder Nummer abdrucken, so das man wohl beschlossen, darüber kein Wort mehr zu verlieren. Ist das jetzt als Zeichen von zunehmender Entspanntheit zu werden oder doch er als Zersetzungssyntom?.

Komischerweise ist in dieser und nicht in der einser Nummer Das Inhaltsverzeichnis des 2011er Jahrgangs. Beim durchschauen ist mir aufgefallen das Claus Bernet als Autor von nur Einem Artikel genannt wird. Es ist ja nicht so, das Claus nichts mehr schreiben würde. Aber offenbar nicht mehr in “Quäker”. Wie ich in der letzten Besprechung "Kommentar zum “Quäker”-Heft Nr.1 Januar/Februar 2012" wurde Claus bei einem Artikel als Autor unterschlagen. Bei dem Editorial wurde aber dazu nicht Stellung in vor meiner Korrektur/Anmerkung. Es wird nur Bezug genommen auf den Artikel auf Seite 40, wo als Autor O-Ton: "Von xxx" angebenden war. Gut, wenn ich nichts übersehen oder falsch interpretiert habe, brauch sich die Redaktion nicht wundern, wenn Claus keine Artikel mehr einschickt. Wenn Claus im Nächsten Autorenverzeichnis gar nicht mehr auftaucht wurde er doppelt ab gestraft….

Auf dem Cover strahlt einem ein Bild von 1937 (in Worten: “Anfang letztes Jahrhundert”) entgegen. Schönes Bild. Ist für mich aber wieder symptomatisch für die Rückwärtsgewandtheit dominierender Persönlichkeiten des GYM.

Gleich der erste Artikel ist aber sehr der Gegenwart zugewandt. Jochen Dudeck schafft es hier einige sehr kompakte klare Gedankten sehr klar zu formulieren. Er reizt zwei Themen an: 1.) Die Herausforderung der modernen Naturwissenschaften an die Religion und ihre Dogmen und 2.) die Frage der Doppelmitgliedschaft. Zu ersterem führt er aus, das dass moderne Weltbild dem antiken Weltbild der Bibel diametral entgegen steht. Und das mit der Erschütterung des antiken Weltbild, auch das Fundament der meisten Konfessionen erschüttert ist. Er versucht die Abwehrstrategien der verschiedenen Domnationen in grob drei Kategorien zu unterteilen: Eine orthodox-fundamentalistische, eine liberale und eine “spirituelle”. Jochen stellt fest, das dass Quäkertum aber keiner dieser Strategien braucht, weil: ”[…] wir [sind] in einer komfortablen Lage. Wir haben keine unhaltbaren Dogmen zu verteidigen.“. Ja, da gebe ich ihm Recht! Ähnlich hatte ich erst kürzlich auch ein Artikel von Peter Aschoff kommentiert, in den es um den s.g. Alpha-Kurs ging. Ich schrieb **“Ich frage mich ob man sich nicht selbst unnötig in “Schwulitäten” bring, dadurch das man immer a priori die Bibel wörtlich nimmt und als Irrtumslos. Herauskommen tun dann immer diese unglaublichen Klimmzüge, um alles passend zu bekommen. “** Exemplarisch benennt Jochen die dogmatischen Kernaussagen der Römisch-Katholischen Kirche und der Protestanten und stellt fest: **“Beides sind unaufgebbare Kernaussagen der großen Kirchen und beides widerspricht Quäkerüberzeugungen fundamental."** Ein paar Säze weiter kommt er dann trotzdem zu dem Schluss: **“Vor dem Hintergrund der ‘Interreligiosität’ sind Doppelmitgliedschaften überhaupt kein Problem. […] Sieht man das Quäkertum allerdings als ‘dritten weg’, dann muss man schon die Frage stellen, wie das zusammengeht, Protestant oder Katholik und Quäker."** Und er wird dann noch deutlicher und schreibt wo er die Gefahr sieht: **“Meine Angst ist eher, dass viel von dem kritischen und widerspenstigen Erbe des Quäkertums in einer eher harmlosen Spiritualität zu verdunsten droht."**

Auf Seite 63 ist ein Text abgedruckt der Verwendung fand bei der Veranstaltung “Interreligiöse Spaziergänge” wo Quäker mit Evangelisch-Reformierten (Calvinisten) zusammentraf. Die Formulierungen waren mir zum Teil etwas fremd. Zum Beispiel die Definition zu Gottesdienst: **"[…] Veranstaltung zur Pflege unserer Beziehung zu jenem zentralen geistigen Schöpfungsfeuer […], das wir ‘Gott’ nennen."**. Klingt ein wenig wie die Wortschöpfung aus der DDR. Aber inhaltlich ist - aus meiner Sicht - nichts auszusetzen.

Auf Seite 73 wird die Neuauflage von “Quäker Heute” verkündet. Eine Bekanntgabe auf der Internetseite oder gar den Download als eBook sucht man auf der Website (http://rgdf.de) vergebens. So werden wieder mal die wenigsten davon erfahren, das sie das Heft in Bad Pyrmont kostenlos bestellen können. Ähnlich verhält es sich mit der Vorstellung auf Seite 74 bis 77. Dort wird - so wie ich es verstanden habe - ein Arbeits-Buch/-Heft vorgestellt, das Arbeitsmaterial für die Kinder- und Jugend-arbeit beinhaltet. Zur Jahresversammlung Okt. 2012 soll dann eine überarbeitet (finale?) Version als CD und eine Broschüre vorgestellt werde. Das Projekt startete 2009 mit der Beauftragung von Kerstin Mangels hier zu. Drei Jahre - ja das sind so die Zeitkategoriehen in denen bei dem GYM allgemain gedacht wird. Drei Jahre ist für das GYM wirklich nicht viel.

Auf Seite 84 ist ein Artikel von Martin Januschek zu finden. Selbiger ist zu einer der aktivsten Autoren des “Quäker” geworden. Das Autoinnenverzeichnis für 2011 weist ihn mit vier Artikeln auf. Da es 2011 - glaube ich - nur vier ausgaben gab, war er in jeder Ausgabe vertreten (Irrtum vorbehalten!). Nur Kerstin hat 2011 gleichviel veröffentlicht. Diesmal macht er sich über die engl. ‘attenders’ und die deutsche Begrifflichkeit dazu Gedanken. Ich persönlich finde die Bezeichnung **“Freund der Freund”** einfach nur absurd. Um das mal zu verdeutlichen: **Der Freund ist dem Freund ein Freund. Wäre der Freund dem Freund nicht sein Freund, wäre es nicht dem Freund der Freund.** Und ich kann noch ein drauf setzen! In dem - der Gleichberechtigung wegen - die weibliche Form noch dazu nehme: **Die Freundinnen und Freunde ist den Freundinnen und Freunden ein Freundinnen und Freunde. Wäre die Freundinnen und Freunde den Freundinnen und Freunden keine Freundinnen und Freunde, wäre es nicht die Freundinnen und Freunde der Freundinnen und Freunde.** …Alles klar? Wenn man sonst keine Probleme und Ziele mehr im Leben hat, mag das legitim sein. Für mich ist es sinnlose Zeitverschwendung!

Auf Seite 85 nehme ich erfreut zur Kenntnis, das sich die Jungfreund mit aktuellen Themen wie ACTA beschäftigen. Themen wie ACTA scheinen die älteren GYM-Quäker kaum zu beschäftigen.