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Katastrophaler Zustand des Quakerverlags.

Der Artikel stammt aus dem Archiv! Die Formatierung kann beschädigt sein. Claus Bernet beschäftigt sich in seinem Blog-Artikel "Bücher fürs Nirwana: Literaturausschuss sorgt für Nichtzugänglichmachung” (Samstag, 7. Januar 2012) mit dem Zustand des Verlagswesen des GYM(German Yearly Meeting). Zunächst mal fällt mir erneut der sarkastisch polemische Titel auf. Bin ich eigentlich nur vom THE INDEPENDENT FRIEND gewohnt (gins). Aber ich finde Claus hat recht und er empört sich zu recht. Ich bin mir 100% sich, das sich jetzt wieder dutzende GYM-Quaker melden, und theatralisch eine “Entschuldigung” verlangen und ihre Kränkung zelebrieren als hätte man ihnen unglaubliches Leid an ihrer Seele angetan. Mich erinnert diese Gekränktsein ein wenig an die Reflexe von Muslimen, wenn man ihrer Religion hinterfragt oder ihrer moralischen Wehrte. Letztlich dient diese Entrüstung einzig vom eigendlichen Thema abzulenken und auf der Meta-Ebene abzugleiten um sich der Kritik zu entziehen.

Mir ist dann nach beim lesen des Artikels aufgefallen, das es im Artikel zur Deutsche Jahresversammlung in Wikipedia, noch gar kein Abschnitt gibt, der sich mit dem Verlag beschäftigt. Ich hab jetzt mal einen Angelegt. Viel Informationen stehen noch nicht drinnen. Ist einfach nicht mein Interessensschwehrpunkt. Wer mehr weiß, möge es ergänzen. Interessant wäre z.B. welche Verleger für das GYM gearbeitet haben. Und die Beziehung zwischen Verlag und “Literaturausschuss” muss noch beleuchtet werden. Also noch viel Arbeit. Allerdings kann man bei Wikipedia - im Gegensatz zum GYM - sofort los legen, und wird nicht immer auf Morgen vertröstet.

Gelacht habe ich auch bei dem Artikel "Entschließung der DJV: Kairos Palästina Dokument” (Donnerstag, 5. Januar 2012) von Claus. Das passt auch so herrlich in die Komunikationskultur des GYM, wenn er schreibt:


Dann der entscheidende Satz: “In der deutschen Jahresversammlung haben wir lange um die Antwort gerungen” (wovon ich nichts mitbekommen habe und wovon auch im “Quäker” nichts stand) und dann “Als Gesamtheit der Jahresversammlung können wir dem Aufruf zum Boykott nicht folgen”. Das war bei den Boykotts gegen das Apartheidregime South Africa noch anders gewesen. Warum der Text mit “Kairos Palästina Dokument” überschrieben ist, entzieht sich leider der Kenntnis des Lesers.


Hier tritt wieder das Problem zu Tage, an dem das GYM schon immer krankte: Die Organisation ist einfach zu Kopflastig. Da es keine vernünftig funktionierenden Monatsversammlungen gibt, in denen alle Mitglieder organisiert und angeschlossen sind, geht eben vieles an den einzelnen Mitgliedern vorbei. Normalerweise, kommen Anliegen von den Monatsversammlungen in die Viertel- und Jahresversammlungen und von dort zurück in alle Monatsversammlungen. Nur wenn eben kaum noch ein Mitglied eine eigene Versammlung hat, und dann noch nicht mal regelmäßig auftaucht - gut was will man erwarteten? Mit dem Internet hätte man ja eine wunderbare Möglichkeit, einige diese Probleme zu kompensieren, doch dazu fehlt dem GYM der Welle, beziehungsweise den vergreisten Mitgliedern teilweise noch die Lernfähigkeit. Das Internet hätte die Rettung in letzter Minute für das Quakertum im deutschsprachigem Raum sein können. Aber offenbar wird die letzte Chance nicht genutzt.

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